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Leistungen

Seit dem 01.05.1995 gibt es die Leistungen für die Pflege im häuslichen Bereich, seit 01.07.1996, nach Einführung der zweiten Stufe der Gesundheitsreform, auch Leistungen für die Pflege in Heimen. Der Gesetzestext zur Pflegeversicherung ist im Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) zu finden. Erhebliche Änderungen der Pflegeversicherung traten am 01.07.2008 in Kraft.

Die Leistungen der Pflegeversicherung sollen den Pflegebedürftigen helfen, trotz ihres Hilfebedarfs ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht. Die Pflegeleistungen dienen in erster Linie dazu, die häusliche Pflege und die Pflegebereitschaft der Angehörigen und Nachbarn zu unterstützen, damit Pflegebedürftige möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können.

Die Anspruchsvoraussetzungen für die Leistungen sind die Erfüllung der Vorversicherungszeit, die Pflegebedürftigkeit, die Einordnung in eine der drei Pflegestufen sowie die Antragstellung.

Die Pflegekassen prüfen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und welche Stufe der Pflegebedürftigkeit vorliegt. Dazu besucht der Medizinische Dienst den Versicherten. Auch hierzu sollte eine Beratung von unseren Mitgliedern erfolgen, da eine falsche Einstufung Nachteile mit sich ziehen kann. Auf Wunsch begleiten unsere Dienste Sie bei der Begutachtung.

Tages- und Nachtpflege

Kann häusliche Pflege nicht im ausreichenden Maß gewährleistet werden, ist im Rahmen der Pflegeversicherung die teilstationäre Pflege in einer Einrichtung der Tages- und Nachtpflege möglich. Daneben besteht für den im Haushalt erforderlichen Hilfebedarf Anspruch auf Pflegegeld oder auf die Pflegesachleistung (Hilfe durch einen Pflegedienst).

Zusätzlich besteht ein gesondertes Budget ausschließlich für die Tagespflege, welches jeweils 50 Prozent der Pflegesachleistungen beträgt. Fragen dazu beantworten unsere Mitglieder gerne.

Leistungen zur Verbesserung des Wohnumfeldes

Auch hier gewähren die Pflegekassen finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen, wenn dadurch im Einzelfall

Die Zuschüsse dürfen einen Betrag in Höhe von 2.557 Euro je Maßnahme nicht übersteigen. Die Höhe ist unter Berücksichtigung der Kosten der Maßnahme sowie eines angemessenen Eigenanteils in Abhängigkeit von dem Einkommen des Pflegebedürftigen zu bemessen. Lassen Sie sich zu diesem Thema von unseren Mitgliedern beraten!

Betreuungsleistungen (§ 45 B SGB XI)

Für qualitätsgesicherte Betreuungsleistungen können Pflegebedürftige zusätzliche finanzielle Mittel erhalten, wenn zusätzlich zu dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist.

Dies sind Pflegebedürftige der Pflegestufen I, II und III sowie der Pflegestufe "0", mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen.

Durch die Pflegereform (von 2008) können Personen mit stark eingeschränkten Alltags-kompetenzen und dadurch erhöhtem Betreuungsaufwand, die nicht in eine Pflegestufe eingestuft sind, Leistungen erhalten. Wird der Betrag innerhalb eines Kalenderjahres nicht benötigt, so kann er bis zum Juni des nächsten Kalenderjahres aufgebraucht werden.

Die Kosten für die Betreuungsleistungen werden ersetzt, höchstens jedoch 100 Euro monatlich (Grundbetrag) oder 200 Euro monatlich (erhöhter Betrag). Die Höhe des jeweiligen Anspruchs wird von der Pflegekasse auf Empfehlung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung im Einzelfall festgelegt und dem Versicherten mitgeteilt.

Die zusätzliche Betreuungsleistung wird meist auf der Basis der Kostenerstattung finanziert. Das heißt: Der Pflegedienst stellt dem Pflegebedürftigen die Leistungen in Rechnung, dieser bezahlt diese und bekommt anschließend das Geld von der Pflegekasse erstattet.

Bei einem erhöhten Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf können die Beratungseinsätze auch häufiger abgerufen werden. Dies gilt auch für die Pflegestufe "0".

Ersetzt werden können Kosten für:

Pflegemittel und technische Hilfen

Pflegebedürftige haben Anspruch auf

soweit die Hilfsmittel nicht wegen Krankheit oder Behinderung von der Krankenversicherung oder anderen zuständigen Leistungsträgern zu leisten sind.

Die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel werden bis höchstens 31 Euro/Monat übernommen.

Die Pflegekassen überlassen technische Hilfsmittel in allen geeigneten Fällen vorrangig leihweise. Der Anspruch umfasst auch die notwendige Änderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung von Hilfsmitteln sowie die Einweisung in ihren Gebrauch.

Gerne helfen wir Ihnen bei der Organisation von Pflegehilfsmitteln.

Kurzzeitpflege

Im Rahmen der Pflegeversicherung ist die Unterbringung in eine Einrichtung der Kurzzeitpflege möglich. Die Kosten werden je nach Pflegestufe (1 bis 3) einmal pro Jahr für maximal vier Wochen bis zu einem Betrag in Höhe von 1.470 Euro übernommen. Ab dem 01.01.2010 sind es 1.510 Euro und ab dem 01.01.2012 dann 1.550 Euro.

Eine geringe Zuzahlung zu Unterkunft und Verpflegung müssen die Pflegebedürftigen selbst übernehmen